Schönheits-OP: Welcher Arzt darf was?

Aktueller Gesetzesentwurf schützt PatientInnen durch verstärkte Qualifikationsnachweise

Schönheitsoperationen dürfen nun laut Gesetz künftig nur noch von Fachärzten für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie durchgeführt werden. Andere Fachärzte müssen sich auf ihr jeweiliges Fach beschränken. Ein HNO-Arzt etwa darf ästhetische Eingriffe nur im Bereich Hals, Nasen und Ohren durchführen. Ärzte für Allgemeinmedizin werden gleichwertige Kompetenzen nachweisen müssen, wenn sie solche Eingriffe machen wollen. Bei Zuwiderhandeln droht Strafe!

Als Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie begrüße ich dieses Gesetz. Denn unser Fach ist das einzige, bei dem alle ästhetisch-chirurgischen Eingriffe integraler Bestandteil des Ausbildungskataloges sind. Wir erhalten während der immerhin 6-jährigen Facharztausbildung eine solide Basis, die dann verfeinert und ergänzt werden muss. Ohne diese mehrjährige Basis fehlt aber das nötige Rüstzeug für eine hochwertige Weiterbildung. Daher betrachte ich das neue ÄsthOP-Gesetz als wichtigen und richtigen Schritt in Richtung verbesserte Sicherheit für PatientInnen.

Woran kann man sich bei der Auswahl des Arztes noch orientieren?

Ein echter Qualifikationsnachweis ist die Mitgliedschaft des Arztes bei der Österr. Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie (www.plastischechirurgie.org).

Berufsbezeichnungen wie „Ästhetische Medizin“ oder „Ästhetische Chirurgie“ sind auch künftig erlaubt, weisen aber auf einen fachfremden Arzt hin. Und: Lassen Sie sich auch bitte nicht von groß affichierten Zertifikaten irgendeiner „Academy“ in Arztpraxen täuschen. Die meisten beziehen sich auf eine kurze, fachlich meist bedeutungslose, oft nur einwöchige Zusatzausbildung des Arztes. Solche Seminare können die 6-jährige, profunde Ausbildung zum Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie nicht ersetzen.

Dr. Edvin Turkof