Kurier (März 2018)

Brustrekonstruktion: Verbesserte Technik

Facharzt für Plastische und Rekonstruktive Medizin, Uni-Klink für Frauenheilkunde, AKH/MedUni Wien

Wie häufig sind Brustreronstruktionen?

In Österreich erkrankt etwa jede neunte Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Bei etwa 20
Prozent muss die Brust vollständig entfernt werden, bei 80 Prozent kann sie großteils oder teilweise
erhalten werden. Dank der modernen Vorsorgemedizin (Mammografie, Ultraschall,MR) hat das zu
entfernende Krebsgewebe heute meist einen Durchmesser
von weniger als fünf Zentimetern deshalb kann ein großer Teil der Brust erhalten werden. Die Plastische Chirurgie kann fast immer eine vollständig
oder teilweise entfernte Brust wiederherstellen. Allerdings nimmt das nur etwa jede zehnte betroffene
Frau in Anspruch.

Woran liegt das?

In erster Linie an einer unzureichenden Aufklärung der Ärzte, in zweiter Linie an der Scheu der
Patientinnen vor einer weiteren, körperlich und emotional belastenden Operation.
Viele Patientinnen wissen nichts über die Methoden und auch nicht,
dass die Kassen die Kosten übernehmen. Dabei ist eine schön rekonstruierte
Brust immer mit einer Steigerung des Selbstwertgefühls verbunden.

Welche Methoden werden heute angewandt?

Nach einer vollständigen Brustentfernung erfolgt der Aufuau zumeist mit Silikon Implantaten,
das geht relativ einfach, das Ergebnis wirkt aber eher unnatürlich. Bessere
Ergebnisse erzielt man mit Eigengewebe. Dabei setzen wir verschiedene Lappenplastiken
ein: Gewebe von einer anderen Körperregion
– etwa Rücken, Oberschenkel oder Bauch
wird für den Wiederaufbau verwendet. Eine Methode der Zukunft ist die Gelprothese.
Dabei wird Blutplasma durch ein Medikament zur Gerinnung gebracht und es entsteht ein
gallertartiges Gel.

Was ist bei einer Teilentfernung?

Hier rekonstruieren wir die Brust vorwiegend mittels Eigenfetttransplantation.
Meist werden mehrere Sitzungen benötigt, weil das transplantierte Fett nicht vollständig einheilt.
Die Einheilung erfolgt durch das Einwachsen kleiner Blutgefäße (Kapillaren), die die Fettzellen
mit Blut versorgen. Die Einheilrate kann durch die Zuführung von Blutplättchen (Thrombozyten)
deutlich erhöht werden. Bisher wurde dafür Blut entnommen und daraus die Blutplättchen isoliert,
der Rest des Blutes wurde verworfen. Daher konnte diese Methode nur bei sehr kleinen Eigenfetttransplantationen
eingesetzt werden, weil der Bluverlust für die Anreicherung größerer Fettmengen zu groß gewesen wäre.
Bei der neuen, von uns am AKH entwickelten Methode, gibt es nun keinen Bluverlust mehr: Nur
Thrombozyten werden aus dem Blut isoliert, die anderen Blutbestandteile gelangen
wieder zurück in den Blutkeislauf, die Patientin verliert kein Eigenblut.
Buchtipp: Edvin Turkof: Brustrekonstruktion, Verlagshaus der Arzte, 39,90

 

 

 

 

Pressemeldung APA (Okt. 2017)

Neue Methode zur Verbesserung des Brustaufbaus mit Eigenfett – PDF

 

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https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20171025_OTS0024/neue-methode-zur-verbesserung-des-brustaufbaus-mit-eigenfett

 

„Der Nachteil ist aber, dass man 20 Volumenprozent PRP braucht (also beispielsweise 20 ml PRP, wenn man 100ml Fett anreichern will), und leider braucht man außerdem für ein bis zwei Milliliter Plättchen-Konzentrat rund 10 Milliliter Blut. Das für die PRP-Herstellung abgenommene eigene Blut der Patientin wurde bisher verworfen, also entsorgt; für die Anreicherung (‚Düngung‘) von 150-200 ml Fett (das ist die  durchschnittliche Menge an benötigtem Fett für eine Brust(Teil)rekonstruktion) war es daher nicht möglich, genügend Blutplättchen für einen optimalen Brustaufbau zu gewinnen, weil der für die PRP-Herstellung notwendige Blutverlust von 200 bis 250 ml nicht zu verantworten ist.“

Nun haben die ExpertInnen der MedUni Wien/AKH Wien rund um Edvin Turkof in Kooperation mit der Universitätsklinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin der MedUni Wien/AKH Wien eine neue Methode gefunden: das plättchenreiche Plasma wird mit Hilfe einer Plasmapherese-Maschine hergestellt, mit der die Blutplättchen separiert und als Konzentrat gesammelt werden. Alle anderen Blutbestandteile (rote und weiße Blutkörperchen, Plasma) werden danach ohne Verlust wieder in den Körper der Patientin zurückgeleitet. Bis zu 300 Milliliter Plättchen-Konzentrat können schmerzfrei in einem Durchgang entnommen und danach zur Anreicherung des körpereigenen Fetts verwendet werden. Turkof: „Es handelt sich eigentlich um nichts einfacheres als eine Thrombozyten-Eigenspende.“

Weiterer Vorteil: Das entnommene Konzentrat kann seit kurzem auch aufbewahrt und jederzeit wieder verwendet werden. Denn für einen Brustaufbau mit Eigenfett sind im Schnitt drei bis vier minimal-invasive, rund 45-minütige Eingriffe nötig – auch das ist eine Verbesserung durch die neue Methode, die weniger Operationen als früher notwendig macht.

Weitere Information: AKH Wien, Brustgesundheitszentrum

Buchtipp: [www.brustrekonstruktion.at]

Aerzte Steiermark (Okt. 2017)

Aerzte Steiermark / Das Magazin der Ärztekammer Steiermark / Graz, im Oktober 2017

Edvin Turkof, Facharzt für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie in Wien, gibt Brustkrebspatientinnen, die überlegen, ihre Brust wieder aufbauen zu lassen, die nötigen Informationen für ihre Entscheidung. Er beschreibt alle derzeit üblichen Eingriffe inklusive Eigenfetttransplanttation, zeigt Skizzen und Fotos dazu und nennt Vor- und Nachteile der jeweiligen Operationsmethode. Mittels Flussdiagramm soll den Frauen der Weg zur individuell bestmöglichen Behandlung gewiesen werden. Turkof ist auch Mitverfasser der Buchreihe „Enzyklopaedia Aesthetice“, eine Patienteninformation über kosmetische Eingriffe, in der bereits drei Bände über die weibliche Brust erschienen sind.

…und hier geht es zum Buch

Doktor in Wien (Okt. 2017)

Mitteilungen der Ärztekammer für Wien  „Doktor in Wien“  Oktober 2017

Dieser wichtige Ratgeber hilft Brustkrebspatientinnen, die Folgen ihrer Operation zu beseitigen. Das Buch beschreibt dabei die Möglichkeiten der Brustrekonstruktion und zeigt zu jedem Eingriff detaillierte Skizzen und zahlreiche Fotos. Am Ende jedes Kapitels werden Vor- und Nachteile der Operation in einer Tabelle gegenübergestellt. Auch die neuesten Erkenntnisse der Eigenfetttransplantation / Anreicherung werden beschrieben.

…hier geht es zum Buch

 

Gesund und Fit (Okt. 2017)

Gesund und Fit Österreichs wöchentliches Gesundheits-Magazin 9.10.2017

Ein bösartiger Brusttumor stellt nach wie vor die häufigste Krebsdiagnose bei Frauen dar -in Österreich erkranken 5.500 Frauen jährlich. Durch Entfernung eines Teils oder gar der ganzen Brust im Rahmen der Krebstherapie leidet die positive Eigenwahrnehmung der betroffenen Frauen. Eine Rekonstruktion kann das Lebensgefühl steigern. Welche Methode für die jeweilige Patientin geeignet ist, muss immer individuell entschieden werden. Der im Oktober erschienene Ratgeber „Brustrekonstruktion“ von Univ.-Prof. Dr. Edvin Turkof vermittelt in leicht verständlicher Form einen Überblick über die modernen Möglichkeiten des Brust-Wiederaufbaus.

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