Plexiformes Neurom am Ringfinger

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    MichaelPraschma
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    Vorgeschichte: Rund 15 Jahre nach eine Sägeverletzung der Kuppe des linken Ringfingers wurde handchirurgisch eine durch Ultraschall und Röntgen nicht diagnostizierbare Schwellung entfernt, die sich über viele Monate hinweg gebildet hatte. Weiteres Motiv des Eingriffs war, dass an der Verletzungsstelle das Gewebe eingesunken und der Finger gegen spitzen Druck überempfindlich geworden war.
    OP und Befund: Das entnommene teils knotige (Durchm. 17 mm), teils strangartige (Länge 25, Durchm. 6 mm) Gewebe aus der Fingerbeere hat mehrere Nervenfasern gezeigt, mit positiver Immunreaktion, eingebettet in ein chronisch entzündliches Infiltrat. Diagnose des pathologischen Befunds: Plexiformes Neurom mit reaktivem lymphatischem Gewebe ohne Hinweis auf Malignität.
    Problematik und Frage: Halb seitlich/unterseitig und besonders auf Höhe der beiden äußeren Fingergelenke tritt schon bei leichtem Klopfen ein elektrisierender starker Schmerz auf (Neuromschmerz?). Hier ist auch einseitig vom End- bis zum Grundgelenk eine Verhärtung des Gewebes tastbar. Welche Möglichkeiten der Abklärung gibt es, um die schmerzbedingte Funktionseinschränkung möglichst zu beheben? Ist in jedem Fall eine Physio- und/oder ergotherapeutische Behandlung angezeigt?

  • #14320
    DerTurkof
    DerTurkof
    Moderator

    Sehr geehrter Herr Praschma,

    Ohne Ihren Finger klinisch zu sehen, ist es schwierig eine optimale Therapie anzubieten. Da die Verletzung bereits 15 Jahr her ist, denke ich dass Sie bereits schon viele Therapien ausprobiert haben. Normalerweise kann eine Desensibilisierung im Sinne einer Physiotherapie nach dem von Ihnen beschriebenen Trauma gute Erfolge erzielen. Wenn jedoch ein ausgereiftes Neurom vorhanden ist, wird es mühsam sein hier eine dauerhafte Besserung zu bewirken.

    Ich würde Ihnen zur weiteren Diagnostik zunächst eine Kernspintomographie empfehlen um das Neurom zu lokalisieren. Im Anschluss ist es möglich das Neurom operativ zu entfernen und die Nerven zu kürzen und im Muskel oder Knochen zu versenken. Eine „optimale“ Therapie zur Behandlung eines Neuroms gibt es nicht, nach derzeitiger Stand der Wissenschaft ist die Resektion und Versenkung des Nervenrestes in Muskulatur oder Knochen eine gute Möglichkeit.

    Allerdings ist diese Aussage unter Vorbehalt, da ich mir gerne den Lokalbefund ansehen würde.

     

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