Narbenkorrektur

Die Korrektur unschöner Narben gehört zu den häufigeren Eingriffen der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie. Narben entstehen nach Verletzungen wie Unfällen oder Verbrennungen sowie nach Operationen.

Narben werden als unschön empfunden, wenn sie

    • verbreitert sind
    • erhöht bzw. verdickt sind (hypertrophe Narben, Keloide)
    • vertieft sind (dehiszente, hypotrophe Narben)
    • sich die Farbe der Narbe deutlich von Hautton der Umgebung unterscheidet

Eine Narbenbehandlung muss immer sorgfältig geplant werden. Je nach Größe, Lage und Erscheinungsbild der Narbe muss der behandelnde Arzt aus einer Reihe von mehr oder weniger aufwendigen Eingriffen die geeignete Therapie auswählen. Grundsätzlich muss zwischen chirurgischen (invasiven) und nicht chirurgischen (konservativen) Maßnahmen unterschieden werden.

Zu den konservativen Möglichkeiten zählen:

    • Tätowierungen
    • Laserbehandlungen
    • Diverse Massagen

Zu den chirurgischen Maßnahmen gehören:

    • operatives Abschleifen der verdickten Anteile
    • operative Entfernung mit oder ohne Anlegen von Lappenplastiken
    • Einbringen von Hautexpandern

Das operative Abschleifen einer Narbe ist nur dann sinnvoll, wenn abschätzbar ist, dass die Narbe nicht wieder verdickt abheilt.

Einer der wichtigsten Aspekte bei der Planung einer operativen Narbenkorrektur ist die Frage, ob die Narbe parallel zu den „Spaltlinien“ der Haut verläuft oder ihre Linien unterbricht. Wenn man am Körper Haut zwischen zwei Fingern rafft, erkennt man sogleich, das sich die Haut in einer Richtung ganz leicht in parallele Falten legt und in alle anderen Richtungen eben nicht. Um eine Narbe zu korrigieren, die nicht in den Spaltlinien der Haut verläuft, muss zusätzlich zu ihrer Entfernung auch eine Maßnahme gesetzt werden, die ihre Verlaufsrichtung so ändert, dass sie nach der Operation zumindest teilweise in Richtung der Spaltlinien zu liegen kommt. Dies geschieht mit kleinen Lappenplastiken, zumeist werden sog. Z-Plastiken eingesetzt.

Wenn die Narbe zu großflächig ist, um einfach entfernt zu werden, kann man den entstehenden Hautdefekt entweder mit einem Hauttransplantat ersetzen oder in einem zweizeitigen Verfahren mit einem Hautexpander arbeiten. Dabei wird in einem ersten Schritt ein dehnbarer Silikonballon unter die gesunde Haut in der unmittelbaren Umgebung der Narbe eingebracht und langsam über mehrere Monate aufgefüllt. Danach wird die die Narbe entfernt und der Defekt mit der nunmehr gedehnten Haut bei gleichzeitiger Entfernung des Hautexpanders gedeckt.

Individuelle Beratung, exakte OP-Planung, Abwägen des Für und Wider des jeweiligen operativen Aufwandes und nicht zuletzt Erfahrung auf diesem Gebiet bilden die Voraussetzungen für ein gutes Ergebnis.

Das Ergebnis einer gelungenen Narbenkorrektur ist dauerhaft.

Fotos Narbenkorrektur

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Ihr Dr. Turkof

 
Häufige Fragen
1. Welche „Narbentypen“ gibt es?

Man unterscheidet zwischen Narben nach mechanischen Verletzungen, nach Verbrennungen oder Verätzungen und nach Operationen. Verletzungsnarben können sehr unterschiedlich ausfallen, Narben nach Verätzungen oder Verbrennungen sind zumeist eher großflächig und Narben nach Operationen sind zumeist geradlinig.

2. Aus welchem Grund können Narben als störend empfunden werden?

Narben werden zumeist dann als störend empfunden, wenn sie an einer exponierten Körperstelle deutlich sichtbar sind (Gesicht, Dekollete, Extremitäten). Auch das Aussehen der Narbe spielt eine Rolle – ist sie verdickt, eingesunken oder verbreitert, wirkt sie störender als eine zarte, blasse und im Niveau der Umgebung liegende Narbe. Liegt die Narbe besonders ungünstig, wie z.B. in Längsrichtung über einem Gelenk, verdickt sie mit der Zeit und bewirkt eine Bewegungseinschränkung (Strangbildung). Narbengewebe ist sehr derb und unelastisch, daher sind gerade Verbrennungsnarben besonders unangenehm, wenn sie an stark bewegten Körperregionen liegen.

3. Welche Möglichkeiten der Narbenkorrektur gibt es?

Es gibt konservative und operative Methoden zur Narbenkorrektur. Bei den konservativen Methoden wie bspw. Laserbehandlungen oder Tätowierungen wird nicht operiert, man versucht lediglich das optische Erscheinungsbild der Narbe zu verbessern. Mit dem Laser kann die Konsistenz und Färbung einer Narbe verändert werden, mit der Tätowierung kann die Farbe der Narbe an den Hautteint angepasst werden, wodurch sie nahezu unsichtbar wird. Natürlich sind die Möglichkeiten der konservativen Therapien deutlich eingeschränkt. Die operativen Methoden bieten umfassendere Korrekturmöglichkeiten, sie reichen von einfachen Exzisionen (Entfernen der Narbe) bis hin zu aufwendigen Lappenplastiken, wenn die Narbe besonders groß ist.

4. Können Narben mit einer Operation völlig unkenntlich gemacht werden?

Nein, bedauerlicherweise nicht. Man kann nur versuchen die Narbe möglichst unauffällig und zart werden zu lassen.

5. Gibt es eine Veranlagung zur Bildung unschöner Narben?

Manche Menschen neigen zur Bildung wulstförmiger Narben (hypertrophe Narben, Narbenkeloide), bei anderen wiederum heilen Wunden verbreitert und eingesunken ab. Je nach genetischer Prädisposition kann es im Rahmen der Wundheilung zu überschießender Bindegewebsbildung kommen oder zum Gegenteil, sodass die Wundränder auseinanderweichen. Diese individuellen Arten der Wundheilung können medizinisch nicht beeinflusst werden, es gibt jedoch vorbeugende Maßnahmen wie Silikonpflaster.

6. Spielt das Alter bei der Narbenbildung eine Rolle?

Im Allgemeinen heilen Operationswunden im Alter unauffälliger und zarter ab als in jungen Jahren. Dies hängt mit der reduzierten und verlangsamten Zellteilung im Alter zusammen.

7. Was muss bei Schönheitsoperationen unbedingt berücksichtigt werden, um möglichst schöne und unauffällige Narben zu erzielen?

Vorrangig ist ein möglichst spannungsfreier Wundverschluss. Bei einigen Eingriffen ist ein spannungsfreier Wundverschluss unmöglich, sodass die Narben nur in den seltensten Fällen zart abheilen. Beispiele dafür wären die meisten Straffungsoperationen (Bauchdecke, Oberschenkel, Gesäß) und Brustoperationen (Verkleinerung, Straffung). Hier ist nach Ablauf eines Jahres fast immer eine Narbenkorrektur angezeigt.

8. Ab wann können Narben korrigiert werden?

Narbenkorrekturen sollten nicht vor Ablauf eines Jahres durchgeführt werden. Das Aussehen einer Narbe kann sich über einen sehr langen Zeitraum verändern, man spricht von „frischen“ und von „reifen“ Narben. Je reifer die Narbe, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Korrektur.

9. Wie sind die Ergebnisse nach Narbenkorrekturen?

Je nach Lokalisation, Größe & Art der Narbe ist auch das mögliche Ausmaß der Verbesserung sehr unterschiedlich. Kleinere Narben im Gesicht oder Operationsnarben können zumeist entscheidend verbessert werden. Die größte Herausforderung stellen jedoch Verbrennungsnarben dar, weil sie zumeist sehr großflächig sind. Im Allgemeinen sind die Ergebnisse einer Narbenkorrektur aber durchaus befriedigend.

10. Werden Narbenkorrekturen in örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose durchgeführt?

In der überwiegenden Anzahl der Fälle können Narben in Lokalanästhesie durchgeführt werden. Komplexe Eingriffe bedürfen allerdings einer Allgemeinanästhesie.

11. Welche Komplikationen können auftreten?

Die möglichen Risiken einer Narbenkorrektur entsprechen den Komplikationen der meisten kleineren ästhetisch-chirurgischen Eingriffe. Man unterscheidet zwischen medizinischen und das Ergebnis betreffende Komplikationen. Zu den medizinischen Risiken gehören v.a. Infektionen und Nachblutungen, beides ist jedoch bei Narbenkorrekturen bei korrekter Durchführung ausgesprochen selten. Ästhetische Komplikationen betreffen v.a. unbefriedigende Ergebnisse, also wenn es nicht gelingt, die Narbe kleiner bzw. unauffälliger werden zu lassen.

Leistungsbeschreibung & Kosten
Erstordination

Die Erstordination dauert bis zu 30 Minuten und kostet EUR 180,– . Für Beratungen die länger als 30 Minuten dauern, werden EUR 250,- verrechnet.

Alle weiteren Ordinationen, wenn von Ihnen gewünscht auch mehrere Beratungsgespräche, sind kostenfrei.

OP-Vorbereitung bei Durchführung des Eingriffs in örtlicher Betäubung

Aus hygienerechtlichen Gründen ist eine Blutuntersuchung (sog. „kleines Blutlabor“) notwendig, inkl. HIV und Hepatitis A, B, C. Sofern Sie in Österreich sozialversichert sind und der Eingriff medizinisch indiziert ist, entstehen für das Blutbild keine zusätzlichen Kosten.

OP-Vorbereitung bei Durchführung des Eingriffs in Vollnarkose (Allgemeinanästhesie) oder im Dämmerschlaf (Sedoanalgesie)

Die OP-Vorbereitung umfasst eine Blutuntersuchung (sog. „großes Blutlabor“), ein Lungenröntgen sowie eine OP-Freigabe durch einen Allgemeinmediziner oder Internisten. Sofern Sie in Österreich sozialversichert sind und der Eingriff medizinisch indiziert ist, entstehen keine zusätzlichen Kosten. Dasselbe gilt für die OP-Freigabe durch einen Internisten oder Allgemeinmediziner, der mit den in Österreich üblichen Sozialversicherungsträgern einen Vertrag hat. Bei Wahlärzten übernimmt die Versicherung etwa 50% der Kosten.

bei Durchführung der OP im Eingriffsraum meiner Ordination

EUR 150,-

bei Durchführung des Eingriffs im Krankenhaus – ambulant oder tagesklinisch (keine Übernachtung)

EUR 350 – 1.500,- je nach OP-Dauer und Krankenhaus

bei Durchführung des Eingriffs im Krankenhaus – stationär (mit Übernachtung)

EUR 850,- – 3.500,- je nach OP-Dauer, Anzahl der Übernachtungen, Zimmerkategorie (Suite, Einbett, Mehrbett) und Krankenhaus.

Anästhesie

In der Regel findet der Eingriff in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) statt, daher entstehen keine zusätzlichen Kosten. Findet der Eingriff in Vollnarkose (Allgemeinanästhesie) oder im Dämmerschlaf (Sedoanalgesie) statt, muss ein Anästhesist zur OP hinzugezogen werden. Die Kosten für den Anästhesisten variieren je nach Dauer der Operation zwischen EUR 200,- -800,- im Schnitt muss mit EUR 400,- -500,- gerechnet werden.

OP-Honorar

Je nachdem, wie umfangreich die Narbenkorrektur ist, beträgt das OP-Honorar zwischen EUR 350,- – 4.500,- Eine durchschnittliche Narbenkorrektur kommt auf EUR 700,- -1.000,-

Visiten

Visiten sind im OP-Honorar mitinbegriffen.

Kontrolluntersuchungen

Alle Kontrolluntersuchungen sind im OP-Honorar mitinbegriffen.

OP-Vorbereitung

Findet der Eingriff in Lokalanästhesie statt, sollten folgende Untersuchungen durchgeführt werden:

  • Komplettes präoperatives Blutbild inkl. Blutgruppe, HIV und Hepatitis A, B, C

Findet der Eingriff in Vollnarkose (Allgemeinanästhesie) oder im Dämmerschlaf (Sedoanalgesie) statt, sind zusätzlich folgende Untersuchungen erforderlich:

  • Lungenröntgen
  • EKG
  • Operationsfreigabe durch einen Allgemeinmediziner oder Internisten.

Bitte beachten Sie, dass die Untersuchungen zum Zeitpunkt der OP nicht älter als 10 Tage sein dürfen. Bitte bringen Sie alle Befunde zur Operation ins Krankenhaus mit.

Aspirin, Thromboass und ähnliche Präparate dürfen 14 Tage vor dem Eingriff nicht mehr eingenommen werden. Gegebenenfalls kann eine Umstellung auf Heparin erfolgen.
Bitte kommen Sie am Tag Ihrer Operation 2,5 Stunden vor dem Eingriff ins Spital und melden sich beim Portier an. Nach Erledigung der Aufnahmeformalitäten werden Sie in Ihr Zimmer gebracht, auf Wunsch erhalten Sie eine Infusion, die Ihren Durst reduziert.

Findet die OP im Eingriffsraum meiner Ordination statt, kommen Sie bitte etwa 30min. vor dem geplanten Termin zu uns.

OP-Checkliste
  • OP-Termin planen
  • OP-Termin festlegen (Urlaub oder Zeitausgleich nehmen, ggf. Kinderbetreuung einplanen etc.)
  • frühestens 2 Wochen vor der Operation die präoperativen Untersuchungen (Blutlabor, ggf. Röntgen, EKG, OP-Freigabe) durchführen lassen.
  • Präoperatives Gespräch am Tag vor der OP. Es werden die Befunde begutachtet, letzte Details besprochen und die Einverständniserklärung unterzeichnet. Eine Einweisung zur Aufnahme ins Spital wird Ihnen ggf. von der Assistentin mitgegeben, diese ist auszufüllen und ins Spital mitzubringen. Festlegen des 1. Kontrollbesuches in der Ordination.
  • Wenn die OP im Krankenhaus stattfindet, begeben Sie sich bitte 2,5 h vor der Operation ins Spital, Abwicklung der Aufnahmeformalitäten. Auf Wunsch begleitet Sie eine MitarbeiterIn und verkürzt Ihnen der Zeit vor der OP.
  • Wenn die OP im Krankenhaus stattfindet, erfolgt die Entlassung aus dem Spital in der Regel am Tag der Operation. Bitte fahren Sie nicht selbst, nehmen Sie sich ein Taxi oder lassen Sie sich abholen.
  • Wenn die OP im Eingriffsraum meiner Ordination stattfindet, können Sie 30-60min. nach dem Eingriff nach Hause gehen. Bitte fahren Sie nicht selbst, nehmen Sie sich ein Taxi oder lassen Sie sich abholen.
  • Zu Hause ist Schonung einzuplanen, vermeiden Sie körperlich anstrengende Tätigkeiten.
  •  1. Kontrollbesuch (ca. 5-7 Tage nach der OP): Wechseln der Pflaster
  • 2. Kontrollbesuch (ca. 10 Tage nach der OP): Entfernen der Nähte
  • 3. Kontrollbesuch (ca. 30 Tage nach der OP)
  • weitere Kontrollen nach zwei Monaten
  • Abschlusskontrolle nach einem Jahr