Komplikationen nach der Brustvergrößerung mit Implantaten

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Edvin Turkof
Autor Edvin Turkof Plastischer Chirurg
Aktualisiert 05.07.2026

Die Brustvergrößerung mit Silikonimplantaten ist einer der häufigsten ästhetisch-plastischen Eingriffe weltweit. Trotz hoher Sicherheitsstandards und moderner Implantat-Technologien können – wie bei jeder Operation – Komplikationen und unerwünschte Ergebnisse auftreten. Prinzipiell gilt: Bei Unsicherheiten oder Unklarheiten konsultieren Sie stets Ihren behandelnden Arzt oder Ihre Ärztin.

Als Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie erkläre ich Ihnen in diesem Artikel, welche Komplikationen möglich sind, wie diese sich darstelllen und in welchen Fällen Sie unbedingt ärztliche Hilfe suchen sollten.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient lediglich der allgemeinen Information und ersetzt kein ausführliches Beratungs- und Aufklärungsgespräch mit Ihre:r Fachärzt:in. 

Mögliche Komplikationen nach einer Brustvergrößerung mit Implantaten im Überblick

Die meisten Komplikationen nach einer Brustvergrößerung kommen nur selten vor und können bei frühzeitiger Diagnose erfolgreich behandelt werden. Regelmäßige Nachkontrollen helfen dabei, mögliche Veränderungen rechtzeitig zu erkennen.

  • Infektionen:Treten meist innerhalb der ersten Wochen nach der Brustvergrößerung auf und können bei schwerwiegenden Verläufen zu einer Entfernung der Implantate führen.
  • Hämatome: Ansammlungen von Blut innerhalb des Operationsgebietes.
  • Serome:Ansammlungen von Flüssigkeiten innerhalb des Operationsgebietes.
  • Wundheilungsstörungen: Verzögerte Heilungsprozesse oder Narbenprobleme.

Spätfolgen und seltene Komplikationen nach Brustvergrößerungen mit Implantaten:

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  • Implantatruptur/Leak:Das Implantat reißt oder wird undicht.
  • Kapselfibrose (Kapselkontraktur):Die normalerweise weiche und zarte Bindegewebskaspel, die sich immer um das Implantat bildet, wird mit der Zeit dick und hart. Das kann zu Schmerzen und einer Verformung der Brust führen.
  • Breast Implant Illness (BII): Derzeit wird noch wissenschaftlich diskutiert, ob unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Gelenkschmerzen oder Konzentrationsprobleme im Zusammenhang mit Brustimplantaten stehen könnten.
  • BIA-ALCL: Eine seltene Form von Lymphdrüsenkrebs, die mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:500.000 bis 1:3.000.000 auftritt und wahrscheinlich häufiger bei texturierten Implantaten auftritt.
  • Implantat-Verschiebung: Bewegung (Verschiebung oder Rotation) des Implantats, die zu einer Verformung der Brust führen kann.
  • Rippling: Faltenbildung der Haut über dem Implantat wenn diese sehr dünn (oder die Brust sehr kleine ist)  ist und sich ein Kapselfibrose entwickelt.

Was passiert nach der Brust-OP: Mit welchen Symptomen sollte man rechnen?

Manche Frauen klagen kurz nach der Brustvergrößerung mit Implantaten über brennende Schmerzen, Spannungsgefühle oder Schwellungen der Brust. Umso wichtiger ist es mir, meine Patientinnen bereits im Vorfeld ausführlich darüber aufzuklären, welche Beschwerden nach dem Eingriff normal sind und mit welchen Symptomen sie in den ersten Tagen nach der Operation rechnen können. Denn eine realistische Erwartungshaltung trägt wesentlich dazu bei, unnötige Sorgen und unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

Dabei ist es wichtig zu wissen: Die Brustvergrößerung mit Implantaten ist kein kleiner Eingriff, er hat auf Körper eoine Wirkung. Schmerzen und Schwellungen gelten daher als typische Symptome direkt nach dem Eingriff.

Wie lange sind Schmerzen nach einer Brustvergrößerung normal?

Leichte bis mäßige Schmerzen, Spannungsgefühle und Schwellungen sind in den ersten Tagen nach einer Brustvergrößerung normal. Die Beschwerden sollten jedoch von Tag zu Tag abnehmen. Werden die Schmerzen stärker oder treten zusätzliche Symptome wie Fieber, Rötungen oder starke Schwellungen auf, ist eine sofortige ärztliche Kontrolle unbedingt notwendig.

Das endgültige Ergebnis einer Brustvergrößerung ist meist erst nach mehreren Wochen bis Monaten beurteilbar. Ein erster Eindruck lässt sich in der Regel nach etwa vier Wochen gewinnen, sobald die anfänglichenSchwellungen zurückgehen und das Gewebe abheilt.

Wichtiger Hinweis: Erstellen Sie niemals aufgrund selbst recherchierter Informationen aus dem Internet eine Diagnose. Bei Fragen oder Unsicherheiten holen Sie sich besser ärztlichen Rat ein.

Hämatom oder Kapselfibrose nach Brustvergrößerung mit Implantaten

Zu den häufigsten Langzeit-Komplikationen nach einer Brustvergrößerung mit Implantaten zählt die sogenannte Kapselfibrose. Üblicherweise bildet der Körper eine weiche, zarte Bindegewebskapsel um das Implantat. In manchen Fällen kann sich diese Kapsel jedoch verdicken und verhärten. Die Folge können eine Verhärtung der Brust, Formveränderungen und Schmerzen sein.

Blutergüsse (im Fachjargon Hämatome) nach der Operation erhöhen nachgewiesenermaßen das Risiko für die Entstehung einer Kapselfibrose. Aus diesem Grund sollten Hämatome immer mit dem/der Arzt/Ärztin besprochen und kontrolliert werden. Eine frühzeitige Behandlung kann dazu beitragen, das Risiko möglicher Folgeprobleme zu reduzieren.

Behandlung einer Kapselfibrose

Je nach Ausprägung der Verhärtung können verschiedene Behandlungsmöglichkeiten infrage kommen. Dazu gehören die operative Entfernung oder die (eingafachere) operative Zerschneidung). Beide haben jedoch nur Erfolgsrtae von etwa 50%; oft kann eine Eigenfetttransplantation helfen, das Narbengewebe zu verbessern und das Brustbild zu optimieren.

Wichtiger Hinweis: Die Kapselfibrose kann Monate oder sogar Jahre nach der Brustvergrößerung auftreten. Moderne Implantate und schonende Operationstechniken haben allerdings dieses Risiko im Vergleich zu früher deutlich reduziert.

Gewelltes Implantat: Rippling nach einer Brustvergrößerung

Als Rippling bezeichnet man sicht- oder tastbare Wellenbildungen der Haut über dem Implantat. Besonders schlanke Patientinnen mit wenig Eigengewebe sind am ehesten von dieser Komplilkation betroffen sein.

Treten die Wellen bereits kurz nach der Operation auf und befinden sich diese vor allem im unteren Bereich der Brust, kann dies mit der Implantatgröße oder der Gewebespannung zusammenhängen.

In manchen Fällen wird das Implantat durch den Druck des umliegenden Gewebes zusammengedrückt, wodurch sichtbare oder tastbare Wellen entstehen können. Da ähnliche Beschwerden auch bei einer beginnenden Kapselfibrose auftreten können, sollte die Ursache fachärztlich abgeklärt werden.

Ungleiche Brüste nach der Brustvergrößerung

Leichte Unterschiede in Form oder Größe der Brüste sind in der ersten Zeit nach einer Brustvergrößerung nicht ungewöhnlich. Schwellungen und der individuelle Heilungsverlauf können dazu führen, dass die Brüste zunächst unterschiedlich wirken.

In den meisten Fällen gleicht sich dies innerhalb der ersten Wochen bis Monate aus. Sollten jedoch nach etwa drei Monaten weiterhin deutliche Asymmetrien bestehen, empfiehlt sich eine fachärztliche Kontrolle. Zu diesem Zeitpunkt ist das Ergebnis meist weitgehend stabil, sodass beurteilt werden kann, ob eine Korrektur sinnvoll oder notwendig ist.

Bestehen keine Verhärtungen, Schmerzen oder Formveränderungen, liegt in der Regel keine Kapselfibrose oder andere schwerwiegende Komplikationen vor. Eine genaue Beurteilung kann jedoch nur durch eine fachärztliche Untersuchung erfolgen.

Wann sollten Sie eine:n Fachärzt:in aufsuchen?

  • Unabhängig von der Art Ihrer Beschwerden ist es immer ratsam, bei Schmerzen, Verhärtungen, Schwellungen, Rötungen, Erwärmungen oder anderen ungewöhnlichen Veränderungen der Brust eine:n Fachärzt:in für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie aufzusuchen.
  • Nur eine ärztliche Untersuchung kann zuverlässig klären, ob es sich um einen normalen Heilungsverlauf oder um eine behandlungsbedürftige Komplikation handelt.

Mammografie mit Silikonimplantaten

Viele Frauen fragen sich, ob Brustimplantate die Brustkrebsvorsorge beeinträchtigen. Moderne Silikonimplantate stellen grundsätzlich kein Hindernis für die Mammografie oder andere bildgebende Untersuchungen dar.

Sowohl bei der Mammografie als auch bei Ultraschalluntersuchungen und der Magnetresonanztomografie (MRT) können Veränderungen des Brustgewebes zuverlässig beurteilt werden. Wichtig ist lediglich, dass das radiologische Fachpersonal vor der Untersuchung darüber informiert wird, dass Brustimplantate vorhanden sind.

Brustkrebs kann somit auch bei Frauen mit Silikonimplantaten in der Regel ebenso zuverlässig erkannt werden wie bei Frauen ohne Implantate.

Mögliche Ursachen für Komplikationen

Jeder Körper ist anders. Genauso individuell können auch Heilungsprozesse verlaufen. Ob und wie Komplikationen auftreten, hängt von vielen individuellen Faktoren ab. Neben der persönlichen Veranlagung spielen die Operationsmethode, die Qualität der Implantate sowie die Nachsorge eine wichtige Rolle.

Wichtiger Hinweis: Nachgewiesenermaßen kann Rauchen die Wundheilung maßgeblich verzögern und zu Wundheilungsstörungen führen.

Diagnosen und Behandlungen bei Komplikationen

Sie bemerken Veränderungen der operierten Brust? Ungewöhnliche Schmerzen, Erwärmung, Rötung, Verformungen oder Verschiebungen? In diesen Fällen sollten Sie in jedem Fall umgehend Ihre:n behandelnde:n Ärzt:in konsultieren. Je früher mögliche Komplikationen erkannt werden, desto einfacher und schonender können diese behandelt werden.

Durch klinische Untersuchungen, bildgebende Verfahren wie Ultraschall, MRT oder Laboruntersuchungen können mögliche Komplikationen frühzeitig erkannt werden. Je nach Diagnose können weitere Formen der Behandlung notwendig sein. Zum Beispiel eine medikamentöse Therapie bei Infektionen oder Entzündungen.

FAQ:Komplikationen nach Brustvergrößerung mit Implantaten

Fragen, die ich von meinen Patientinnen häufig gestellt bekomme

Wie lange halten Brustimplantate?

Die Sorge, dass nach einigen Jahren dieselbe Prozedur wiederholt werden muss, ist mittlerweile unbegründet. Denn moderne Implantate zeichnen sich durch Langlebigkeit aus und können viele Jahre oder sogar Jahrzehnte im Körper der Frau bleiben. Ein Austausch ist meist nur dann notwendig, wenn Beschwerden aufkommen oder die Implantate sich sichtbar verändern.

Können Brustimplantate platzen?

Implantate können reißen (Ruptur) oder undicht werden. Sie sollten allerdings nicht wie ein Luftballon platzen. Implantate platzen nur dann, wenn durch eiunen Produktionsfehler Gas im Implantat verblieben ist und sich dieses bei Abnahme des Umgebungsdrucks (Flugzeug, Hochalpinsport) ausdehnt. Ein undichtes Implantat verursacht meist keine unmittelbaren Beschwerden. Dennoch ist eine ärztliche Untersuchung notwendig und gegebenenfalls sollte das Implantat ersetzt werden.

Kann ich nach einer Brustvergrößerung mit Implantaten stillen?

Alle Frauen sollten nach einer Brustvergrößerung ganz normal stillen könne weil ja die Brustdrüse normalerweise beim Eingriff nicht verletzt wird (Ausnahme: Zugang über dem Warzenhof). Wie bei jedem chirurgischen Eingriff können jedoch individuelle Faktoren und die gewählte Operationstechnik Einfluss auf die spätere Stillfähigkeit haben.

Kann ich mit Brustimplantaten Sport machen?

Sobald die Heilung abgeschlossen ist, könnten alle Patientinnen wieder wie gewohnt Sport treiben. Wann Sie Ihr Training wieder aufnehmen können, hängt vom individuellen Heilungsverlauf ab und sollte mit Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer behandelnden Ärztin abgestimmt werden, ein fester Stütz-BH ist aber unbedingt empfehlenswert.

Verändern sich Brustimplantate mit den Jahren?

Implantate bleiben im Laufe der Zeit normalerweise unverändert. Sehr wohl kann sich aber der Frauenkörper wandeln: Schwangerschaften, Gewichtsschwankungen und Veränderungen des Gewebes können Einfluss auf das Erscheinungsbild Ihrer Brüste haben – auch wenn das Implantat selbst sich nicht verändert hat.

Ist eine Brustvergrößerung mit Eigenfett eine gute Alternative zu Implantaten?

Für viele Frauen ja. Die Brustvergrößerung mit Eigenfett ermöglicht eine besonders natürliche Vergrößerung der Brust mit körpereigenem Gewebe bei gleichzeitiger Optimierung der Figur (Bodyforming). Ob eine Brustvergrößerung mit Eigenfett oder Implantaten die bessere Wahl ist, lässt sich am besten in einem ausführlichen Beratungsgespräch mit Ihrem Facharzt oder Ihrer Fachärztin klären.

Muss ich meine Brustimplantate regelmäßig kontrollieren lassen?

Auch wenn keine konkreten Beschwerden vorliegen, sind Nachkontrollen sinnvoll. Reden Sie mit Ihre:m Fachärzt:in über weitere Termine und in welchen Abständen Kontrollen empfohlen werden.

Können Brustimplantate verrutschen?

Ja, in seltenen Fällen kann sich ein Implantat verschieben oder drehen. Dadurch kann es zu Formveränderungen oder Asymmetrien der Brust kommen. Sollten Sie eine solche Veränderung an Ihrer operierten Brust feststellen, sollten Sie Ihre:n behandelnde:n Ärzt:in kontaktieren. Nur durch eine fachärztliche Untersuchung kann die Ursache zuverlässig abgeklärt werden.

Dr. edvin turkof portrait Dr. Edvin Turkof Schönheitschirurg