Brustverkleinerung

Ihre Brust ist Ihnen zu groß? Wir verwenden Techniken mit einem inneren BH, damit das Ergebnis länger anhält. Fast immer ist es auch möglich die Sensibilität des Warzenhofes zu erhalten.

Bei ausgeprägten Fällen (ab 500g Resektionsgewicht pro Seite) ist der Eingriff medizinisch indiziert, daher wird die Brustverkleinerung in der Regel von der Krankenkasse übernommen.

Es gibt weit über 100 verschiedene Operationsmethoden, die sich voneinander grundlegend in der Schnittführung und in der Art der Gewebeentfernung unterscheiden. Die meisten Operateure beherrschen 4-5 unterschiedliche Techniken, die sie in Abhängigkeit zu den anatomischen Voraussetzungen der Brust einsetzen. Für Ratsuchende ist es normalerweise kaum möglich, die Wahl der Operationstechnik mitzubestimmen. Um besser nachvollziehen zu können, welche Vor- und Nachteile die einzelnen Methoden aufweisen, möchte ich Ihnen die wichtigsten Parameter nennen, die bei einer Reduktionsplastik eine Rolle spielen:

  • Narbenverlauf
  • Art der Blutversorgung von Brustwarze und Warzenhof
  • Formgebung der Brust
  • Dauerhaftigkeit des OP-Ergebnisses/Bildung eines inneren BHs
  • Erhaltung der Sensibilität/Erregbarkeit der Brustwarzen

Im Gespräch mit Ihrem Operateur sollten Sie abklären, welche dieser Aspekte für Sie besonders wichtig sind.

Beim Einsatz narbensparender Techniken bleibt die Innenseite der Unterbrustfalte unberührt, und das Tragen eines Dekolletés ist möglich. Leider können diese Methoden bei sehr großen Brüsten selten eingesetzt werden. Weiters gibt es Techniken, die die Sensibilität der Brustwarzen eher erhalten als andere, dafür aber den Nachteil einer schlechteren Formbarkeit der Brust aufweisen.

Zur Verbesserung der Dauerhaftigkeit der Ergebnisse wurden in den letzten 20 Jahren Methoden entwickelt, die durch die Bildung eines inneren Büstenhalters charakterisiert sind. Dadurch wird das Gewicht der Brust von der Haut auf den inneren BH abgeleitet und dem Durchhängen der Brüste nach Jahren entgegengesteuert. Auch ich habe mich intensiv mit diesem Thema beschäftigt und eine altbewährte Methode (B-Technik) so abgeändert, dass die Bildung eines inneren BHs möglich ist.

Für die meisten Patientinnen ist der Narbenverlauf von großer Bedeutung, ich möchte aber darauf hinweisen, dass eine ansprechende Brustform aus ästhetischer Sicht wesentlich wichtiger ist als kürzere Narben.

Was ist bei der Planung einer Brustverkleinerung noch zu beachten?

  • Der Eingriff sollte sinnvollerweise erst nach Abschluss der Familienplanung durchgeführt werden. Eine Schwangerschaft nach einer Brustverkleinerung ist grundsätzlich möglich, es muss aber damit gerechnet werden, dass sich die geschaffene Brustform aufgrund des starken Größenwechsels wieder verschlechtert.
  • Gewichtsschwankungen von mehr als 5kg können das Ergebnis ebenfalls verschlechtern, daher sollten Sie zum Zeitpunkt der Operation ein Körpergewicht haben mit dem Sie sich wohlfühlen und das Sie halten können.

Für die Betroffenen stellt eine gelungene Verkleinerung der Brust eine enorme Verbesserung der Lebensqualität dar. Neben Rückschmerzen, einschneidenden BH-Trägern und gravierenden Haltungsproblemen können mit diesem Eingriff häufig auch das stigmatisierende Erscheinungsbild und die damit einhergehenden Hemmungen beseitigt werden.

Vorher-Nachher-Fotos Brustverkleinerung

Sie sehen hier einige Beispiele von Brustverkleinerungen. Wenn möglich, wurde eine narbensparende Technik eingesetzt, die das Dekollete narbenfrei belässt. Bei allen Operationen wurde eine Dermissuspension durchgeführt, darunter versteht man die Bildung eines inneren BH aus körpereigener Dermis. Mit dieser Zusatzmaßnahme werden die Langzeitergebnisse und auch die Narbenqualität verbessert.

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Ihr Dr. Turkof

 
1. Ab welchem Alter und bis in welches Alter kann eine Brustverkleinerung durchgeführt werden?

Eine Brustverkleinerung sollte sinnvollerweise nicht vor dem 18. Lebensjahr durchgeführt werden. Größenwachstum und Brustwachstum sollten abgeschlossen sein. Ist die Familienplanung noch nicht abgeschlossen, sollte unbedingt eine Methode eingesetzt werden, die die Sensibilität der Brustwarzen und die Stillfähigkeit in hohem Maße berücksichtigt. Nach oben gibt es kein Limit, wenn medizinisch und psychisch nichts dagegen spricht.

2. Welche Methoden der Brustverkleinerung gibt es?

Es gibt weit über 100 verschiedene Operationsmethoden, die sich voneinander grundlegend in der Schnittführung und in der Art der Gewebeentfernung unterscheiden. Bitte besprechen Sie mit ihrem Operateur die Vor- und Nachteile der von ihm eingesetzten Methoden.

3. Worin unterscheiden sich die verschiedenen Methoden der Brustverkleinerung?

Sie unterscheiden sich im Narbenverlauf, der Methodik der Gewebeentfernung, der Art der Blutversorgung von Brustwarze und Warzenhof, der Erhaltung der Sensibilität/Erregbarkeit der Brustwarzen, der Formung der Brust und nicht zuletzt in der Dauerhaftigkeit des OP-Ergebnisses. Je nachdem welche dieser Aspekte für die Patientin besonders wichtig sind, können verschiedene Techniken ausgewählt werden.

4. Welche Möglichkeiten des Narbenverlaufes gibt es?

Der Narbenverlauf kann wie ein verkehrtes T (Anker) aussehen oder vom Warzenhof nach unten und außen ziehen bzw. lediglich vom Warzenhof senkrecht nach unten verlaufen oder auf den Warzenhof beschränkt bleiben. Für die Formung der Brust ist der ankerförmige Narbenverlauf der Effektivste, die Brust ist auf diese Weise am leichtesten in eine schöne Form zu bringen. Narbensparende Techniken können dann eingesetzt werden, wenn nicht sehr viel Gewebe entfernt werden muss bzw. wenn die notwendige Hebestrecke des Warzenhofs nicht besonders lang ist (< 10cm).

5. Kann bei einer Brustverkleinerung auch ein zu großer Warzenhof verkleinert werden?

Eine Verkleinerung des Warzenhofes ist im Rahmen einer Brustverkleinerung problemlos möglich und wird ggf. ohne Mehrkosten routinemäßig durchgeführt.

6. Kann eine Brustverkleinerung in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) durchgeführt werden?

Eine Brustverkleinerung ist ein umfangreicher Eingriff, der in Vollnarkose (Allgemeinanästhesie) durchgeführt werden soll.

7. Geht mit einer Brustverkleinerung die Stillfähigkeit verloren?

Im Allgemeinen nicht, in seltenen Fällen kann die Stillfähigkeit beeinträchtigt sein. Nur bei Einsatz nicht zeitgemäßer Methoden (freies Mamillentransplantat) geht die Stillfähigkeit vollständig verloren.

8. Verliert man mit einer Brustverkleinerung die Sensibilität der Brustwarzen?

Es gibt Methoden, die die Sensibilität der Brustwarzen weniger gefährden als andere, dafür aber verschiedene Nachteile aufweisen. Wenn der Erhalt der Sensibilität besonders wichtig ist, sollten Sie dies Ihrem Arzt unbedingt mitteilen.

9. Welche Komplikationen können auftreten?

Die häufigste medizinische Komplikation ist die Nachblutung, gefolgt von Infektionen und Wundheilungsstörungen (Nekrosen der Haut und/oder des Warzenhofes). Bei korrekter Durchführung treten diese Komplikationen eher selten auf. Das Ergebnis betreffende Komplikationen umfassen vor allem Größen- und Formasymmetrien, verzogene Warzenhöfe und stark verbreiterte Narben. Ästhetische Komplikationen können fast immer vollständig korrigiert werden, bei schwerwiegenden medizinischen Komplikationen (Nekrosen etc.) ist dies bedauerlicherweise nicht immer möglich.

10. Ab wann ist man nach einer Brustverkleinerung wieder „einsatzfähig“?

Im Allgemeinen ist man nach 10-14 Tagen wieder normal belastbar.

11. Wie sind die Langzeitergebnisse nach einer Brustverkleinerung?

Bleiben Gewichtsschwankungen und Schwangerschaften aus, sind die Langzeitergebnisse im Allgemeinen sehr gut. Eine verkleinerte Brust behält in der Regel ihre Größe. Etwas anders verhält es sich mit der Dauerhaftigkeit des Ergebnisses. Wie lange die Form der verkleinerten Brust erhalten bleibt bzw. ab wann sie wieder absinkt bzw. unten durchhängt, ist vom Eigengewicht der verkleinerten Brust (Schwerkraft), von den individuellen Gewebeeigenschaften (straffes/lockeres Bindegewebe) und nicht zuletzt auch von der eingesetzten Technik abhängig.