Gynäkomastie

Unter einer „echten Gynäkomastie“ (Gynaecomastia vera) versteht man das Vorhandensein von Brustdrüsengewebe beim Mann. Bei 50% aller Männer sind hinter dem Warzenhof kleinste Brustgewebenester nachweisbar, die unter dem Einfluss von weiblichen Sexualhormonen deutlich an Größe zunehmen können.

Neben dem Größenwachstum von Brustdrüsengewebe kann aber auch lediglich vermehrtes Fett vorliegen. Wenn das der Fall ist, spricht von einer „falschen Gynäkomastie“ (Pseudogynäkomastie, Lipomastie). Zumeist liegt aber eine Mischform vor, es besteht also Brustdrüsengewebe und vermehrtes Fett.

Am häufigsten tritt die echte Gynäkomastie im Rahmen der Pubertät auf (65%). In der Pubertät beginnt beim jungen Mann die Hormonproduktion im Hoden, neben Testosteron wird auch die Östrogenvorstufe Östradiol gebildet. Oft steigt die Östradiolkonzentration schneller an als die Testosteronkonzentration, wodurch vorhandene Brustgewebenester an Größe zunehmen, und es kommt zur einer Gynäkomastie. Nach Erlangen der Geschlechtsreife bildet sich die Brust großteils wieder zurück, die Rückbildung kann jedoch trotz normaler Hormonwerte manchmal ausbleiben.

Es gibt mehrere Ursachen, die zur Entstehung einer Gynäkomastie führen:

  • physiologische Ursachen (bei Neugeborenen, in der Pubertät, im Alter)
  • Gynäkomastie nach massiver Gewichtsabnahme
  • krankheitsbedingte Ursachen (Keimdrüsentumore, Schilddrüsenerkrankungen etc.)
  • Gynäkomastie durch Einnahme von Medikamenten & Drogen (Anabolika, Zytostatika etc.)
  • unbekannte Ursachen

Sowohl bei der Gynaecomastia vera als auch bei der Pseudogynäkomastie findet sich bei 80 % der Betroffenen leider keine medizinische Erklärung.

echte-Gynäkomastie-mit-MuskMänner, die das Wachstum ihrer Brust bemerken, sollten daher einen Arzt aufsuchen, der zunächst alle möglichen Ursachen einer krankheitsbedingten Gynäkomastie abklären sollte. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um eine ausführliche Anamnese und eine spezifische Blutuntersuchung zur Erhebung des Hormonstatus. Können pathologische Gründe ausgeschlossen werden, steht einer operativen Korrektur nichts mehr im Weg.

Die Entfernung des Brustdrüsengewebes bei der echten Gynäkomastie wird in Österreich von den Sozialversicherungsträgern übernommen, weil Männer mit Brustdrüsengewebe, wenn auch mit einer deutlich geringeren Wahrscheinlichkeit als Frauen, an Brustkrebs erkranken können.

Eine Korrekturoperation umfasst die Entfernung des Brustdrüsengewebes und des ggf. vermehrt vorhandenen Fetts. Dies geschieht zumeist gemeinsam. Fast immer muss aus ästhetischen Gründen auch in den Nachbarregionen Fett abgesaugt werden, damit ein harmonischer Übergang mit der angrenzenden Umgebung ohne Stufenbildungen gewährleistet ist. Gerade dieser OP-Schritt wird oft unterlassen, weshalb zahlreiche OP-Ergebnisse aus ästhetischer Sicht zu wünschen übrig lassen.
Bedauerlicherweise wieder dieser Teil der Operation von der Krankenkasse in der Regel nicht bezahlt.

Natürlich ist die Ausprägung der Gynäkomastie starken individuellen Schwankungen unterworfen, und letztendlich bestimmen die Betroffenen, inwieweit sie das Erscheinungsbild stört und ob sie operative Korrektur wünschen.

Vorher-Nachher-Fotos Gynäkomastie

Sie sehen hier einige Beispiele von Gynäkomastie-Operationen. In der Regel wurde Brustgewebe und Fettgewebe operativ entfernt und danach eine konturenangleichende Fettabsaugung der Umgebung durchgeführt. Oft müssen auch gleichzeitig die Haut gestrafft werden und/oder ungleiche Positionen der Warzenhöfe korrigiert werden.

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Ihr Dr. Turkof

 
1. Was versteht man unter einer Gynäkomastie?

Unter einer „echten Gynäkomastie“ (Gynaecomastia vera) versteht man das Vorhandensein von Brustdrüsengewebe beim Mann. Neben dem Größenwachstum von Brustdrüsengewebe kann aber auch lediglich vermehrtes Fett vorliegen. Wenn das der Fall ist, spricht von einer „falschen Gynäkomastie“ (Pseudogynäkomastie, Lipomastie). Zumeist liegt aber eine Mischform vor, es besteht also Brustdrüsengewebe und vermehrtes Fett.

2. Welche Ursachen führen zur Entstehung einer Gynäkomastie?

Es gibt mehrere Ursachen, die zur Entstehung einer Gynäkomastie führen können: physiologische Ursachen, Gynäkomastie nach massiver Gewichtsabnahme, krankheitsbedingte Ursachen, Gynäkomastie durch Einnahme von Medikamenten & Drogen und unbekannte Ursachen. Sowohl bei der Gynaecomastia vera als auch bei der Pseudogynäkomastie findet sich bei 80 % der Betroffenen leider keine medizinische Erklärung.

3. Wie viele Männer sind von einer Gynäkomastie betroffen?

Bei 50% aller Männer sind hinter dem Warzenhof Brustgewebenester nachweisbar. 1-2% der Betroffenen haben sichtbar vergrößerte Brüste.

4. Wieso leiden viele Bodybuilder häufig an einer Gynäkomastie?

Häufig unterstützen Bodybuilder den Muskelaufbau durch die Einnahme von Anabolika. Dabei handelt es sich um hormonähnliche Substanzen, die dem Testosteron oder dessen Vorstufen ähnlich sind. Der Entstehungsmechanismus einer Gynäkomastie durch Anabolika bei Bodybuildern ist relativ einfach: Der Körper versucht den erhöhten Testosteronspiegel auszugleichen und erhöht daher die Produktion von Östrogenen, die das Wachstum des Brustdrüsengewebes anregen.

5. Welche Operationsmethoden gibt es?

Bei geringer Ausprägung und jungem Alter findet man zumeist mit der Entfernung des Brustdrüsengewebes das Auslangen. Liegt auch ein Hautüberschuss vor, muss neben der Gewebeentfernung auch eine Straffung der Brust durchgeführt werden. Ist zudem auch noch vermehrt Fett vorhanden, muss es ebenfalls entfernt werden. Bei fast allen Patienten ist eine begleitende Fettabsaugung in den Nachbarregionen zur Konturenverbesserung im Sinne eines ästhetisch ansprechenden Ergebnisses erforderlich.

6. Kann es nach einem Eingriff neuerlich zu einer Gynäkomastie kommen?

Gelingt es, bei der Operation das Brustdrüsengewebe vollständig zu entfernen, ist ein neuerliches Wachstum auszuschließen. Anders verhält es sich mit dem Fett: da nicht alle Fettzellen werden können, ist eine neuerliche Vergrößerung insbesondere bei Gewichtszunahme von mehr als 5kg leider möglich.

7. Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für den Eingriff?

Die Entfernung des Brustdrüsengewebes bei der echten Gynäkomastie wird in Österreich von den Sozialversicherungsträgern übernommen, weil Männer mit Brustdrüsengewebe, wenn auch mit einer deutlich geringeren Wahrscheinlichkeit als Frauen, an Brustkrebs erkranken können. Die ggf. notwendige begleitende Fettabsaugung wird bedauerlicherweise nur sehr selten gedeckt.

8. Welche Komplikationen können auftreten?

Gesundheitliche Komplikationen umfassen vorrangig Infektionen und Nachblutungen, ist bei sorgfältiger Durchführung äußerst selten. Das Ergebnis betreffende Risiken umfassen Asymmetrien, Stufen- und Faltenbildungen sowie unschöne Narben. Ästhetische Komplikationen können fast immer vollständig korrigiert werden.

9. Wo verbleiben nach einer Gynäkomastie-Operation Narben?

Bei gering ausgeprägten Fällen liegt die Narbe halbkreisförmig im unteren Bereich des Warzenhofes an der Grenze zur umgebenden Haut, bei stärker ausgeprägten Fällen verläuft die Narbe rund um den Warzenhof. Nur bei gravierendem Hautüberschuss muss die Schnittführung seitlich erweitert werden, die Narbe reicht dann auch einige Zentimeter über das Warzenhofareal hinaus.

10. Ab wann ist man nach einer Gynäkomastie-Operation wieder „einsatzfähig“?

Dies hängt in hohem Maße vom Umfang der Operation ab (ist auch eine Straffung angezeigt, ist eine ergänzende Fettabsaugung notwendig). Im Allgemeinen ist man nach 7-10 Tagen wieder normal belastbar.

11. Sollte man nach der Operation eine Kompressionswäsche tragen?

Wenn auch eine begleitende Fettabsaugung durchgeführt wurde, ist das Tragen von Kompressionswäsche für die Dauer von 4-6 Wochen empfehlenswert. Durch die Kompressionswäsche entstehen weniger Hämatome, das Gewebe wird gestützt und die Haut passt sich den neuen, reduzierten Volumenverhältnissen besser an.

12. Wie sind die Langzeitergebnisse nach einer Gynäkomastie-Operation?

Bleiben Gewichtsschwankungen von mehr als 5kg aus, sind die Langzeitergebnisse im Allgemeinen ausgezeichnet.