Eigenfetttransplantation

Die Eigenfetttransplantation gehört seit 2001 zu den wichtigsten Einsatzgebieten der plastischen Chirurgie. Sie wird unter anderem zur Verjüngung/ Verschönerung des Gesichts, zur Korrektur von Narben, zur Verbesserung des Hautbildes und zur Brustvergrößerung eingesetzt.

Neben der Verwendung in der ästhetischen Medizin kommt Eigenfett auch in der rekonstruktiven Chirurgie zum Einsatz. Es eignet sich hervorragend zur Korrektur von Gewebedefekten oder zur Nivellierung von Asymmetrien, Stufenbildungen oder Dellen nach Wiederherstellungsoperationen.

Mit der Entdeckung von Stammzellen im Fettgewebe (2001) eröffneten sich für die Eigenfetttransplantation bisher ungeahnte Möglichkeiten. Die Stammzellen des Fettgewebes nennt man ADSC (adipose derived stem cells). Sie unterscheiden sich von den Fettzellen vor allem durch die wertvolle Eigenschaft, sich in Abhängigkeit ihrer Umgebung in verschiedene Zelltypen weiterentwickeln zu können (Nischentheorie). Dazu gehören u.a. Hautgewebe, Bindegewebe, Blutzellen, Gefäße und Fettzellen. Rasch etablierten sich weltweit hoch dotierte universitäre Forschungsgruppen, die alle das Ziel verfolgen, die Einsatzmöglichkeiten der ADSC zu untersuchen und die OP-Ergebnisse zu verbessern.

Wo kann Eigenfett eingesetzt werden?

  • Verbesserung der Hautqualität im Allgemeinen
  • Verbesserung des Erscheinungsbildes von Narben
  • Verbesserung des Hautbildes nach Bestrahlung
  • Verbesserung des Hautbildes nach Verbrennungen
  • Korrektur von Gewebedefekten
  • Formverbesserung im Rahmen rekonstruktiver Brustkorrekturen
  • Ästhetische Korrektur des Gesichts (Augenringe, Nasolabialfalten, Lippen, tiefliegende Augen, Jochbeinregion, Zornesfalten, Nase, Kinn etc.)
  • Ästhetische Brustvergrößerung
  • Ästhetische Korrekturen anderer Körperregionen (Hände, Gesäß, Schamlippen, Penis etc.)

Die Einheilungsrate von transplantiertem Eigenfett variiert zw. 30-80%, daher sind u. U. mehrere Sitzungen notwendig um den gewünschten Effekt zu erzielen. Der operative Aufwand einer Eigenfetttransplantation und die damit verbundenen Kosten erscheinen gegenüber der Einbringung eines künstlichen Füllmaterials (Hyaluronsäure etc.) zwar höher, auf lange Sicht ist die Eigenfetttransplantation allerdings günstiger und auch zeitsparender. Künstliche Filler werden bekanntlich innerhalb von ca. 6 Monaten vom Körper abgebaut und müssen daher in regelmäßigen Intervallen nachgespritzt werden.

Gleich nach der Entdeckung ihrer wertvollen Eigenschaften begann man, im Rahmen der Eigenfetttransplantation die “Stammzellenanreicherung” anzuwenden. Dabei wird die poppelte Fettmenge entnommen, eine Hälfte für die Transplantation vorbereitet und die andere für die Stammzellenanreicherung verwendet. Die Stammzellen dieser zweiten Hälfte werden isoliert und der ersten Hälfte hinzugefügt, während das Fett verworfen wird. Man erreicht damit eine Erhöhung der Einheilrate von 10-30%, woraus bereits klar hervorgeht, dass eine Stammzellenanreicherung nur dann sinnvoll ist, wenn Fett quasi im Überschuß vorhanden ist und dass es bei schlanken Personen viel besser ist, zweimal ohne Stammzellenanreicherung zu transplantieren als einmal angereichert. Lesen mehr Details über die Stammzellenanreicherung.

Die jüngste Entwicklung auf dem Gebiet der Eigenfetttransplantation stellt die Verwendung von “Plättchenreichem Plasma – PRP” dar. Man entdeckte, dass die Einheilrate von transplantiertem Fett durch die Beimengung von Blutplättchen (das sind die Blutzellen, die für die Blutgerinnung verantwortlich sind) in ähnlichem Maße erhöht werden kann wie durch die Stammzellenanreicherung. Das notwendige Volumen von PRP um eine optimale Wirkung zu erzielen liegt bei etwa 20%, daher braucht man relativ viel Blut um ausreichend PRP für die ideale Anreicherung des Fetts zu erzielen. Für kleinere Eingriffe wie Augen, Lippen, Nasolabialfalten, etc. ist dies kein Problem, für die Brustvergrößerung aber schon. Deshalb arbeite ich in diesen Fällen mit einem Labor zusammen, das einem Zellseparator hat, wodurch nahezu jede beliebige Menge PRP gewonnen werden kann ohne das auch nur ein Tropfen Blut verloren geht. Lesen Sie mehr über PRP

Welche Vorteile hat eine Eigenfett Transplantation?

  • Eigenfett ist kostenlos und steht fast immer in ausreichender Menge zur Verfügung.
  • Allergische Reaktionen und/oder Unverträglichkeiten sind ausgeschlossen.
  • Eingeheiltes Fett wird nicht mehr abgebaut und das erreichte Ergebnis ist somit dauerhaft.
  • Die Eigenfetttransplantation ist mittlerweile ein fixer Bestandteil der modernen ästhetischen Chirurgie geworden. In geübter Hand sind die Ergebnisse ausgezeichnet und die Patientenzufriedenheit ist sehr groß.

Vorher-Nachher-Fotos-Eigenfett-Transplantation

Sie sehen hier einige Beispiele von Eigenfetttransplantationen. Eigenfett ist der natürlichste und beste Filler, es gibt keine Unverträglichkeiten. Eigenfett ist kostenlos, und das Ergebnis ist im Gegensatz zu künstlichen Füllsubstanzen (Hyaluronsäure etc.), die innerhalb von 4-6 Monaten abgebaut werden, dauerhaft. Eigenfett wird vornehmlich zur Verjüngung des Gesichts (Augenringe, Nasolabialfalten, Lippen, Jochbeinregion etc.) eingesetzt und kann auch in folgende Körperregionen eingebracht werden: Brust, Hände, Gesäß, äußere Schamlippen und Penis. Eigenfett eignet sich auch hervorragend zur Korrektur von Dellen nach misslungenen Fettabsaugungen.

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Ihr Dr. Turkof

 
1. Was versteht man unter einer Eigenfetttransplantation?

Im Gegensatz zur Organtransplantation wird bei der Eigenfetttransplantation Fett von einer Körperstelle entnommen (z.B. Bauch, Oberschenkel etc.) und in eine andere Körperstelle (z.B. Lippen, Augenringe etc.) eingebracht. Es handelt sich daher um die Transplantation von körpereigenem Gewebe, während bei einer Organtransplantation fremdes Gewebe in den Körper eingebracht wird.

2. Wofür kann Eigenfett verwendet werden?

Die Eigenfetttransplantation wird vorrangig für ästhetische Korrekturen im Gesicht eingesetzt. Dazu gehören Lippenvergrößerung, Beseitigung der Nasolabialfalten, Auffüllen von Augenringen oder generell die Verjüngung des Gesichts. Seit der Entdeckung von Stammzellen im Fettgewebe (ADSC) wird die Eigenfetttransplantation seit einigen Jahren aber auch zur Verbesserung geschädigter Haut, zur Korrektur von größeren Gewebedefekten und zur Verschönerung von Narben eingesetzt.

3. Welche Eigenschaften haben die Stammzellen des Fettgewebes?

Stammzellen des Fettgewebes (ADSC) besitzen die wertvolle Eigenschaft, sich in Abhängigkeit ihrer Umgebung in verschiedene Zelltypen weiterentwickeln zu können (Nischentheorie). Dazu gehören u.a. Hautgewebe, Bindegewebe, Blutzellen, Gefäße und Fettzellen. Gerade diese Eigenschaft ermöglicht es, das Erscheinungsbild von bestrahlter Haut, Verbrennungsnarben bzw. Narben im Allgemeinen wesentlich zu verbessern.

4. Wird transplantiertes Fett wieder vom Körper abgebaut?

Zweck der Eigenfetttransplantation ist es, das transplantierte Fett in der Empfängerregion zur Einheilung zu bringen. D.h. die Fettzellen werden durch einwachsende Blutgefäße mit Blut versorgt und leben weiter. Die Einheilrate liegt zw. 30-80%, deswegen sind u.U. mehrere Sitzungen notwendig, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Fett, das eingeheilt ist, wird nicht mehr abgebaut, und das Ergebnis ist daher von Dauer.

5. Wenn mehrere Sitzungen geplant sind, wie viel Zeit sollte zwischen den Eingriffen liegen?

Zwischen den Sitzungen sollten zumindest zwei Monate liegen.

6. Kann die Eigenfetttransplantation eine Brustvergrößerung mit Implantaten ersetzen?

Die Brustvergrößerung mit Eigenfett befindet sich derzeit noch im Anfangsstadium, technisch gesehen ist der Weg aber geebnet. Mit der Anreicherung des zu transplantierenden Fetts mit ADSC (Stammzellen des Fettgewebes), dem Aufdehnen der Brust mit einer Art Saugglocke und mit mehrschichtigem Einbringen des Fetts können bereits erstaunliche Ergebnisse erzielt werden. Der Brustvergrößerung mit Eigenfett sind jedoch noch Grenzen gesetzt. Die derzeitige Obergrenze der Brustvergrößerung mit Eigenfett liegt bei etwa 150 – 250 ml / Brust. Das setzt aber auch voraus, dass zwischen 500 – 1000 ml reines Fett entnommen werden können, eine Menge, die nicht bei jeder Frau zur Verfügung steht.

7. Kann eine Eigenfetttransplantation ein Facelifting ersetzen?

Nein. Charakteristisch für den Alterungsprozess im Gesicht ist u.a. der Verlust von Unterhautfett und der damit verbundene Volumensverlust. Mit der Eigenfetttransplantation wird wieder Volumen in das Gesicht eingebracht. Das Facelifting korrigiert Hautüberschuss und hebt abgesunkene Areale an. Daher ist die Eigenfetttransplantation als ideale Ergänzung des Faceliftings anzusehen, beide Eingriffe werden oft gemeinsam durchgeführt.

8. Was ist besser? Eigenfett oder künstliche Füllsubstanzen?

Aus meiner Sicht ist dem Eigenfett eindeutig der Vorzug zu geben. Der operative Aufwand ist zwar etwas größer, auf lange Sicht ist die Eigenfetttransplantation jedoch kostengünstiger. Filler wie z.B. Hyaluronsäure werden vom Körper innerhalb von 4 bis 6 Monaten abgebaut, es muss daher regelmäßig nachgespritzt werden. Bei der Eigenfetttransplantation heilen 30-80% des transferierten Fettes ein, und der erzielte Volumengewinn ist von Dauer. Zudem kann es zu keinen wie auch immer gearteten Unverträglichkeiten kommen, weil es sich um körpereigenes Gewebe handelt.

9. Wie aufwändig ist eine Eigenfetttransplantation?

Der Transfer geringer Fettmengen (bis 100ml) kann fast immer ambulant und in örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Bei größeren Fettmengen bzw. wenn in viele Empfängerregionen transplantiert werden soll, ist ein Dämmerschlaf von Vorteil. Eine durchschnittliche Eigenfetttransplantation (Augenringe, Nasolabialfalten oder Lippen) dauert 20-25min. und man benötigt etwa 10ml Eigenfett.

10. Welche Komplikationen können auftreten?

Komplikationen im Empfängerbett treten bei der Eigenfetttransplantation äußerst selten auf. Medizinische Komplikationen betreffen v.a. lokale Infektionen, die leicht beherrschbar sind. Bei unsachgemäßer Handhabung können Ölzysten und Verkalkungen entstehen. Das Ergebnis betreffende Komplikationen betreffen Asymmetrien, Knötchen, Wülste, Unebenheiten und Verlagerungen. Ästhetische Komplikationen können fast immer vollständig korrigiert werden. Komplikationen bei der Fettentnahme sind bei geringen Absaugmengen zu vernachlässigen.

11. Verbleiben nach einer Eigenfetttransplantation Narben?

Die zur Einbringung des Fettes notwendigen Hautschnitte sind 1-2mm lang und verheilen im Allgemeinen spurlos, das Setzen einer Naht ist nicht notwendig. Auch die Narben in der Spenderregion sind kaum größer und sind daher ebenfalls kaum erkennbar.

12. Ab wann ist man nach einer Eigenfetttransplantation wieder „gesellschaftsfähig“?

Je nach Empfängerregion treten für einige Tage unterschiedlich starke Schwellungen auf, die spätestens nach einer Woche abgeklungen sind. Bei kleineren Korrekturen sind innerhalb von 1-2 Tagen keine Auffälligkeiten mehr zu erkennen.

13. Wie sind die Langzeitergebnisse nach einer Eigenfetttransplantation?

Die Langzeitergebnisse sind im Allgemeinen ausgezeichnet. Ergänzende Eingriffe können jederzeit und beliebig oft durchgeführt werden.