Suppinator-Syndrom – Dr. Edvin Turkof

Suppinator-Syndrom

Das Suppinator-Syndrom ist ein Engpass-Syndrom des Nervus radialis an seiner Durchtrittsstelle durch den Musculus suppinator (Anfang des Oberarms, Frohse`sche Arkade). Üblicherweise ist sowohl Symptomatik als auch Elektrophysiologie eindeutig, die Therapie besteht im Wesentlichen in der Erweiterung der Durchtrittsstelle im Muskel. Auch beim Suppinator-Syndrom sollte eine Überprüfung der Schadensstelle und der Schadenslänge mittels intraoperativer Elektroneurodiagnostik durchgeführt werden. In einer 2002 beendeten prospektiven Studie am Wiener AKH zeigte sich gerade dieses Nervenkompressionssyndrom als besonders variantenreich.

Die Krankenkassen übernehmen selbstverständlich die Kosten für den Eingriff.

Syndrom der Loge de Guyon – Dr. Edvin Turkof

Syndrom der Loge de Guyon

Das Syndrom der Loge de Guyon ist ein Engpass-Syndrom des Nervus ulnaris im Bereich des Handgelenkes. Bei gesicherter Diagnose ist die Therapie relativ einfach, ein ihn bedeckendes kleines Band (Ligamentum piso-hamatum) wird durchtrennt und der Nerv gegebenenfalls von begleitenden Narben gelöst.

Ein Problem kann die Differentialdiagnose (Unterscheidung) zum Sulcus nervi ulnaris Syndrom darstellen bzw. der Ausschluss oder die Bestätigung des gleichzeitigen Vorhandensein beider Kompressionssyndrome: gar nicht so selten ist weder die Klinik (also die eigentlichen Beschwerden) noch die Elektrophysiologie eindeutig, sodass der Arzt aufgrund seiner Erfahrung entscheiden muss, ob er erst am Handgelenk oder am Ellbogen “nachschaut”. Einige bedeutende Plastische Chirurgen empfehlen sogar, den Nervus ulnaris im Bereich der Loge de Guyon beim gesicherten Sulcus nervi ulnaris Syndrom auf alle Fälle zu eröffnen, um den wiederaussprossenden Axonen diese grenzwertig enge Passage zu öffnen.

Bei fraglicher Lokalisation der Nervenläsionsstelle ist die intraoperative Elektroneurodiagnostik hilfreich, weil die Lokalisation des Schadens eindeutig möglich ist und dadurch ein unnötiger Operationsschritt vermieden und der notwendige Eingriff durchgeführt werden kann.

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Sulcus nervi ulnaris Syndrom / SNUS Therapie – Dr. Turkof

Sulcus nervi ulnaris Syndrom (SNUS)

Das Engpass-Syndrom des Nervus ulnaris im Bereich des Ellbogens (Sulcus) ist nach dem Karpaltunnelsyndrom (CTS) das zweithäufigste Kompressionssyndrom.

Die Problematik dieses Syndroms besteht in der Umstrittenheit seiner Therapie. Seit Jahrzehnten wechseln die Empfehlungen der “besten” Therapie in der Literatur einander ab: sie reichen vom einfachen Durchtrennen des bindegewebigen Daches des osteofibrösen Kanals im Sulcusbereich über das Herauslösen des Nervs mit Vorverlagerung unter die Haut bis hin zu Vorverlagerungen unter die Muskulatur. Letztere bietet beträchtlichen operativen Variationsspielraum: Verlagerung des Nervs in den Muskel, unter den Muskel, unter den Muskel mit Versetzung des Muskels etc. Die größte Schwierigkeit besteht darin, das angebrachte Ausmaß an operativem Aufwand zu bestimmen, um den Nerv dauerhaft zu entlasten. Eine Spaltung des osteofibrösen Kanals ist natürlich weniger aufwendig und schmerzhaft als eine Vorverlagerung des Nervs unter den Muskel.

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Plexus Brachialis Läsionen – Dr. Edvin Turkof

Plexus Brachialis Läsionen

Alle Muskeln der oberen Extremitäten (Oberarme und Unterarme) werden durch fünf Nervenstränge versorgt, die in der Halsregion das Rückenmark verlassen, durch die Wirbelsäule seitlich heraustreten und ein kompliziertes Nervengeflecht bilden – „Plexus brachialis“ – lat. „Armgeflecht“. Der Plexus brachialis gehört zum Peripheren Nervensystem (PNS). Dieses Geflecht zieht unter dem Schlüsselbein und über der 1. Rippe zum Oberarm, wo es sich nach Abzweigung mehrerer Nerven für die Schultermuskeln in die drei Hauptnerven des Armes (Nervus medianus, radialis und ulnaris) aufteilt.

Bei der Geburt, sowie bei Stürzen mit hoher Geschwindigkeit auf die Schulter (Motorradunfälle), wird das Nervengeflecht zwischen dem Schlüsselbein und der 1. Rippe eingeklemmt. Der Zug des Geburtshelfers am Kopf, bzw. die Fliehkraft der Verzögerung beim Aufprall bewirken eine Überstreckung des Kopfes, damit eine abrupte Verlängerung der Wegstrecke zwischen Hals und Schlüsselbein. Die eingeklemmten Nerven können dieser Dehnung nicht folgen und reißen, medizinisch spricht man von einer sog. “Läsion des Plexus brachialis”.

Die Folgen dieser Verletzungen können unterschiedlicher nicht sein: sie reichen von zeitlich begrenzten, vollständig rückgängigen Teilausfällen bis zu irreparablen, dauerhaften Lähmungen des gesamten Oberarmes und des Schultergürtels. Die operative Inspektion und Rekonstruktion unfallbedingter Verletzungen des Plexus brachialis gehören zu den aufwendigsten, kompliziertesten und schwierigsten Eingriffen der Plastischen Chirurgie die u.U. über 12 Stunden dauern können.

Univ.-Prof. Dr. Millesi ist weltweit einer der führenden Plexus-Chirurgen. Er animierte mich dazu, neben dem Erlernen der Grundlagen dieser Marathon-Operation die Möglichkeiten der intraoperativen Elektroneurodiagnostik einzusetzen. Gemeinsam mit Prof. Millesi und dem Neurologen Prof. Mayer entwickelten wir die Methode der “intraoperativen, transkranialen elektrischen Stimulation des motorischen Cortex”. In langjähriger Forschungsarbeit konnten wir nachweisen, das mit dieser Messmethode ein funktioneller Test der motorischen Fasern der Nervenwurzeln möglich ist, Erkenntnisse, die während des Eingriffs oft von großer Wichtigkeit für den Operateur sind.

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