Schönheit geht mit der Mode, wenn auch langsamer. Langzeittrend ist das natürliche Schönheitsideal mit perfekten Proportionen und einem eleganten Ebenmaß.

Extreme sind in der Schönheitschirurgie kaum mehr gefragt, egal ob es sich um übergroße Lippen oder den besonders voluminösen Busen handelt. Schönheit spielt aber noch immer eine bedeutende Rolle in unserer Gesellschaft, und dies quasi von Geburt an. Schon Säuglinge lachen, sehen sie das Gesicht eines anderen Babys, denn vorgeformte Proportionen sind ein Schönheitsideal. Den gleichen Kleinkindern ist nur mit Grimassen und aufmunternden Worten ein Lächeln abzuringen, erscheint das faltige Gesicht eines Seniors über der Wiege.

Ebenmäßige, attraktive körperliche Attribute verschaffen uns lebenslang Vorteile; auch bei der Wahl zum Klassensprecher in der Schule, bei der Bewerbung um den gut bezahlten Arbeitsplatz und insbesondere bei der Partnersuche.

Dies beweisen einige historische Persönlichkeiten eindrucksvoll, insbesondere unter Frauen. Deren Macht war bis zu Emanzipation von der dominanten Männlichkeit über Jahrtausende stark beschnitten. Trotzdem gelang es einigen Frauen, sich über gesellschaftliche Regeln hinwegzusetzen. Ihnen half ihr Aussehen dabei, im Zentrum der Macht zu stehen und bis in die Gegenwart unvergesslich zu bleiben; beispielsweise die legendäre ägyptische Königin Kleopatra, die später hingerichtete Marie-Antoinette oder hier bei uns in Österreich die unvergessene, noch immer hoch verehrte Kaiserin Sissi.

Moderne Schönheit muss natürlich wirken

Während der Gespräche mit meinen Patienten habe ich oftmals den Eindruck, Frauen haben die Geburt der Venus von Sandro Botticelli und Männer den David von Michelangelo vor Augen, schildern sie mir ihre Wünsche. Stilvolle Eleganz, eine angenehm anzuschauende Symmetrie und sanfte, leicht betonte Kurven sind gefragt. Und das Ergebnis jeder schönheitschirurgischen Korrektur muss wirken, als wäre Mutter Natur dafür persönlich verantwortlich gewesen.

Nahezu alle Patienten, männlich und weiblich, erwarten, dass die chirurgische Maßnahme nicht als solche erkennbar ist. Dies ist meiner Ansicht nach ein Grund dafür, dass Brustvergrößerungen mit einer Eigenfetttransplantation derart beliebt sind. Mit keinem anderen Verfahren lassen sich Brüste so naturnah gestalten, wie mit der Eigenfettmethode. Diese wird inzwischen mit großem Erfolg ja auch zum Unterspritzen von Falten genutzt. Bereits die Ergebnisse im Gesichtsbereich begeistern. Werden körpereigene Fettzellen genutzt, um einen faltigen Handrücken zu verjüngen, verblüfft das Resultat die Patienten regelmäßig.

Augenfällig ist auch, dass die Zahl der Brustverkleinerungen seit Jahren konstant steigt. Für mich etwas überraschend, fragen nicht nur Frauen in meiner Klinik nach, ob ich ihre Brüste verkleinern und gefälliger formen kann. Es sind zunehmen Männer, bei denen sich aus verschiedensten Gründen eine Brust gebildet hat, die als überaus störend empfunden wird. Und bei meinen Patientinnen sind bei einer Brutverkleinerung nicht mehr ausschließlich Beschwerden wie Bandscheibenschäden oder Rückenschmerzen der Beweggrund. Oft wollen diese Frauen aktiver leben, ungehindert Sport treiben und nicht mehr permanent auf der Straße wegen ihrer prallen, oftmals künstlich aussehenden Oberweite angestarrt werden.

Gesellschaft und Schönheit im Wandel – auch durch Corona

Dass die durch das Virus COVID-19 verursachte Pandemie Auswirkungen auf unsere Gesellschaft haben wird, kann niemand bestreiten. Dies wird auch unser Empfinden von Schönheit beeinflussen, zumindest dessen Stellenwert. Ich glaube, dass ein Großteil der Menschen die eigene Einstellung zur Partnerschaft, zur Liebe, zum Berufsleben, zu Freundschaften sowie zur Familie überdenken und neu bewerten wird. Dabei wird zwangsläufig eine Revision der Selbsteinschätzung fällig, bei der auch die Wichtigkeit von Schönheit neu zu definieren ist.

Andererseits haben viele Menschen seit vielen Jahren erstmals die Zeit, sich mit sich selbst zu beschäftigen, sich zu hinterfragen, auch das eigene Aussehen. Wer diese Chance jetzt nutzt, an sich arbeitet, kann mit einem veränderten Auftreten und einer vitalen Ausstrahlung im gesellschaftlichen Umfeld punkten.

Dabei können plastische Korrekturen helfen. Ich weiß aus meiner beruflichen Praxis, dass Patienten nach einem plastischen Eingriff mit frischer Energie und einem gesteigerten Selbstwertgefühl in ihren Alltag zurückkehren. Vermutlich haben dies etliche Frauen bereits selbst erkannt, denn insbesondere die Brustvergrößerung mit Eigenfett erfreut sich wachsender Beliebtheit.

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Ö1 Radiokolleg – Einfach schön

Im Gespräch über Schönheit:
Edvin Turkof – Schönheitschirurg, Waltraud Posch – Soziologin, Markus Nadal – Psychologe, Konrad Paul Lissmann – Philosoph, Marie-Luise Angerer – Kulturwissenschaftlerin.

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Innere Werte, Charaktereigenschaften wie die Fähigkeit zuzuhören oder Sorge zu tragen wurden in den Benimm-Lexikons früherer Jahrhunderte als Merkmale weiblicher Attraktivität angepriesen. Männern wurde markante Durchsetzungskraft zugeordnet. Dem widerspricht die Sozialpsychologie. Denn Attraktivität ist durchaus äußerlich.

Auf der Suche nach wissenschaftlich objektivierbaren Kriterien für Schönheit wurden hunderten Proband/innen Fotos vorgelegt. Das Ergebnis: Symmetrie, Durchschnittlichkeit und starke Geschlechtsmerkmale machen ein Gesicht angeblich schön. Beeinflusst wurde das Urteil der Proband/innen aber auch vom Ort der Befragung, der individuellen Lebenssituation und ob er und sie hungrig waren – oder nicht. Ähnliches gilt für Körperideale. Um den angestrebten Body-Mass-Index zu erreichen, darben und quälen sich Männer wie Frauen. Denn sicher gilt: Nur wer attraktiv ist, wird vom anderen Geschlecht auch wahrgenommen.

Psycholog/innen wiederum raten von unvernünftigen Selbstkasteiungen ab. Denn attraktiv wirkt, wer sich seiner selbst sicher ist. Offen für Neues und gleichzeitig sorgsam im Umgang mit sich selbst wie mit den anderen wirkt anziehend. Schön ist, wer schön handelt, folgerte der indische Denker Mahatma Ghandi. Und weltweit sind sich Studien in einem Punkt einig: Ein anziehendes Lächeln versetzt Berge und überwindet Grenzen.

Gestaltung: Margarethe Engelhardt-Krajanek

Bauchfrei

Frau trägt wieder bauchfrei, so man Karl Lagerfeld seinen Willen lässt. Sixpack, wenn es nach den Modelagenturen geht. Und glaubt man Stars wie Kim Kardashian und Jessica Alba, werden auch wieder Korsetts geschnürt….

…Für den Wiener Schönheitschirurgen Edvin R. Turkof ist das Korsett allerdings „ein Kleidungsstück aus den dunkelsten Zeiten der mittelalterlichen Frauenmode. Die Taille wird mechanisch eingeengt, das hat keinen Einfluss auf den Stoffwechsel, jedoch beeinflusst es natürlich den Appetit. Man bekommt schlechter Luft, fühlt sich eingeengt, die Rippen schmerzen, es wird einem leicht übel.“ Wenn die geneigte Trägerin nicht übertreibe, würden sich die Organe aber nicht verschieben. Vielleicht überlässt man das „neue Dekolleté“ doch besser dem Spielfeld der Jugend. …lesen Sie den ganzen Artikel: pdfDie Presse-Bauchfrei-Juni-2015

von Sabine Hottowy (Die Presse)

 

 

“Quadriga”: Das Versprechen der Schönheit.
Bundesratspräsidentin Susanne Neuwirth erwartet an diesem Abend im prunkvollen Palais Epstein die zur Diskussion geladenen Gäste: Waltraud Posch (Soziologin), Annelie Ramsbrock (Kulturhistorikerin), Edvin Turkof (Facharzt für Plastische Chirurgie), Hans Weiss (Journalist).

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Als Diskussionsbasis dienen folgende Bücher:
Hans Weiss, Ingeborg Lackinger Karger: Schönheit. Die Versprechen der Beauty-Industrie. Deuticke (2011)
Josef H. Reichholf: Der Ursprung von Schönheit. C.H. Beck (2011)
Annelie Ramsbrock: Korrigierte Körper – Eine Geschichte künstlicher Schönheit in der Moderne. Wallstein (2011)
Natasha Walter: Living Dolls. Warum junge Frauen lieber schön als schlau sein wollen. Krüger (2011)